Warum wir nie sagen, du sollst dir etwas vorstellen
Du kannst dir keine Bilder vorstellen? Aufmerksamkeit zu binden braucht kein inneres Auge. Warum Sheeps nie eine Vorstellung verlangt — auch bei Aphantasie.
Eine Anweisung ist eine Aufgabe, und eine Aufgabe ist Arbeit.
Geführte Meditationen sagen einem, man solle sich einen Strand vorstellen. Sheeps sagt nie, du solltest dir irgendetwas vorstellen. Es beschreibt, und was du mit der Beschreibung machst, ist deine Sache.
Zwei Gründe. Der erste ist wieder die Anstrengung: Eine Anweisung schafft etwas, dem man folgen muss, und wer im Stillen prüft, ob er richtig folgt, macht um Mitternacht Hausaufgaben.
Der zweite: Knapp vier von hundert Menschen haben Aphantasie und können sich kaum oder gar keine Bilder willentlich vor Augen holen. Wer sich einen Strand vorstellen soll, bekommt nichts – und schließt vernünftigerweise, dass das Ganze nichts für ihn ist. Ist es doch, nur auf einem anderen Weg. Es spricht einiges dafür, dass solche Aufgaben auch dadurch wirken, dass sie genug Aufmerksamkeit binden, um nicht zu den Sorgen zurückzukönnen – und dieser Mechanismus braucht keine Bilder.
Zwei Erklärungen dafür, warum das wirkt – und nur eine davon verlangt, dass du etwas siehst.
Also beschreiben die Geschichten – und hören dann auf. Kein Atme, kein Stell dir vor, kein Spür, wie, kein Lass zu. Die Sicherheitsprüfung jeder erzeugten Geschichte zählt Befehlsformen, und die Zielzahl ist null.
Die längere Antwort
Ausführlicher, bisher nur auf Englisch: Cognitive shuffling if you can’t picture things. Es gibt zwei Erklärungen dafür, warum die Technik wirkt, und nur eine davon setzt voraus, dass du etwas siehst. Cognitive Shuffling erklärt die Technik selbst.